WIR ÜBER UNS

Porträts unserer Mitglieder


GRETCHEN DUNKER

HERMAN U. SOLDAN

 

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für Mitglieder
des Kreisverbandes

Lade dir den Fragebogen für unsere politischen „Selfies“ HIER als Word-Datei herunter. – Alles Wissenswerte zum Mitmachen steht direkt in der Datei.

 


WIR ÜBER UNS – Politische „Selfies“ der Flensburger LINKEN

LINKE POLITIK HAT VIELE GESICHTER


Hier präsentieren sich Mitglieder der Flensburger LINKEN, die in verschiedenen Bereichen für die Politik der LINKEN hier bei uns in Flensburg stehen und/oder auch nach außen aktiv sind.

Gretchen Dunker

Jahrgang: 1944

Parteimitglied seit: 2014

Funktion im Kreisverband: Mitglied des Kreisvorstandes (Beisitzerin), Kreisdelegierte für den Landesrat

 

Gibt es für dich ein oder mehrere besondere Ereignisse oder Erlebnisse, die dich „links gemacht“ haben?

Die Politik in Deutschland in den letzten Jahren, immer größere Ungerechtigkeiten durch und Kapitalismus. Die Idee, nicht die Welt verändern zu wollen, jedoch ein Stück weit etwas tun gegen TTIP, Wohnungsnot, Waffenhandel der BRD, die derzeitige Flüchtlingssituation und kommunalpolitische Entscheidungen.

Hast du eine bestimmte Musik, die dir politisch etwas bedeutet oder dich häufig begleitet hat?

Hannes Wader, Konstantin Wecker

Und was macht dich heute als linke Person aus? Welche Themen bewegen dich aktuell besonders?

Flüchtlinge, TTIP, Altersarmut – mehr als mir gut tut

DIE LINKE definiert sich selbst als eine Partei des demokratischen Sozialismus’. Was bedeutet dieser Begriff für dich persönlich und für linke Politik?

Auf Ungerechtigkeiten hinweisen, versuchen, kommunalpolitische Entscheidungen öffentlich zu machen, und Alternativen erarbeiten mit interessierten Genossen 

Neben dem Sozialismus ist auch der Feminismus eines der Grundprinzipien der LINKEN. Was sind dazu deine Gedanken?

Altersarmut – gerade bei Rentnerinnen, Gleichberechtigung bei Löhnen, Gleichberechtigung in der Gesellschaft

Gibt es für dich eine oder mehrere Personen oder gar „Vorbilder“, an denen du dich politisch orientierst?

Clara Zetkin, Rosa Luxemburg, Gregor Gysi

Welche Ereignisse und/oder politische Aktionen in unserer Partei – besonders im Flensburger Kreisverband – hast du als besonders positiv erlebt?

Die Neustadt-Kampagne, der wiederbelebte Ostermarsch 2014 in Flensburg, die Ostuferplanung öffentlich gemacht und gecancelt, das Norderstraßenfest und allgemein: Vorbereitungen und „Basteleien“ für Aktionen

Was wäre für dich in unserer Partei und in unserem Kreisverband noch verbesserungswürdig?

Mehr Zusammenarbeit und Zusammenhalt – trotz gegenteiliger Meinungen, um der SACHE willen, mehr Teilnahme an Aktionen

Wenn du ein neues Mitglied für DIE LINKE werben solltest, – wie oder mit welcher Begründung würdest du das tun?

Dass die Linke zur Zeit die einzige wählbare Partei ist in Sachen Steuergerechtigkeit,         Armutsbekämpfung, Altersarmut, speziell bei Frauen, Waffenhandelsverbot und humane Flüchtlingshilfe

…und „was ich immer schon mal sagen wollte“:

Wir müssen solidarisch sein, um unsere Ziele zu erreichen, da liegt in Flensburg m.E. noch Einiges im Argen. Daran müssen wir arbeiten!

Herman U. Soldan

Jahrgang: 1961

Parteimitglied seit: 2014

Funktion im Kreisverband: Kreisvorsitzender, Kreisdelegierter für den Landesrat, Web-Team, bürgerschaftliches Mitglied der Ratsfraktion (Gleichstellungsausschuss)


Gibt es für dich ein oder mehrere besondere Ereignisse oder Erlebnisse, die dich „links gemacht“ haben?

Eines meiner ersten politisch erlebten Ereignisse, das mich prägte, war der brutale und von den USA inszenierte faschistische Putsch in Chile im September 1973; ich war damals als 12-Jähriger sehr entsetzt und das gängige Bild vom „großen Bruder USA“ und dem ach so „freien Westen“ zerbröselte bei mir schnell. Ich war zu dieser Zeit auch beeinflusst von den Anti-Vietnamkrieg-Demonstrationen. Und schon als ich während eines privaten Besuchs in der DDR im Sommer 1973 einen Tag lang bei den X. Weltfestspielen in Berlin dabei war, fühlte ich mich „politisch links“. Auch die Menschen verachtende Apartheid in Südafrika und die ambivalente Rolle des Westens dazu hat mein politisches Denken geprägt.

Hast du eine bestimmte Musik, die dir politisch etwas bedeutet oder dich häufig begleitet hat?

Da gibt es mehr als eine, aber ich möchte hier mal „Die Rose von Chile“, ein kämpferisches Lied von Chris Doerk, die in der DDR hauptsächlich Schlager produzierte, nennen. Und viele Jahre später entdeckte ich das Lied „Grândola Vila Morena“ wieder, das 1974 die portugiesische Nelkenrevolution gegen die faschistische Diktatur ausgelöst hatte; darin heißt es: „O povo é quem mais ordena“, auf Deutsch: „Es ist das Volk, das regiert“! – Herrlich ironisch finde ich übrigens Georgette Dees 90er-Jahre-Version des Brecht-Weill’schen Dreigroschenoper-Songs „Denn wovon lebt der Mensch“ – und auch die „Seeräuber-Jenny“ kann niemand so modern-skuril wie Georgette!

Und was macht dich heute als linke Person aus? Welche Themen bewegen dich aktuell besonders?

Ich merke immer mehr, wie mich Mainstreammedien nerven – und das bei nahezu allen Themen! Dort wird gelogen, vertuscht, verkürzt und abgelenkt, dass sich die Balken biegen. Dann wird mir immer wieder deutlich, wie gefährlich die real-kapitalistischen Verhältnisse für die Demokratie und oft auch wie entwürdigend sie für die meisten Menschen sind. Ich stehe also in ständiger Opposition dazu und versuche auch durch meine Mitgliedschaft bei den LINKEN, dagegen etwas zu bewirken und mehr Bewusstsein für die gesellschaftlichen Widersprüche zu schaffen. – Neben der Medienpropaganda beschäftigen mich außerdem der wachsende Nationalismus, Rassismus und Imperialismus in unseren Staaten sowie die Dreistigkeit, mit der die Machteliten sich bereichern und die Mehrheit aller Menschen noch ärmer machen und die Natur immer weiter schädigen! Da müsste doch allen klar werden: Wenn der neoliberale Kapitalismus nicht so grausam tricksen würde, hieße schon längst wie in „Des Kaisers neue Kleider“: „Er hat ja gar nichts an!“

DIE LINKE definiert sich selbst als eine Partei des demokratischen Sozialismus’. Was bedeutet dieser Begriff für dich persönlich und für linke Politik?

Eine Gesellschaft aus vielen Menschen ist ja zunächst einmal nicht auf eine bestimmte Ideologie festgelegt; sie organisiert sich durch die historischen und aktuellen Macht- und Herrschaftsformen. Die derzeitige kapitalistische Gesellschaft beruht weitgehend auf der Erlangung des eigenen materiellen Vorteils – um zu überleben, zu konsumieren oder um sich zu bereichern. Der demokratische Sozialismus ist ein klarer Gegenentwurf dazu, denn er legt den Fokus auf Freiheit und Solidarität in sozialer Gerechtigkeit sowie auf eine international ausgerichtete Friedenspolitik. Er sucht die materielle und politische Übermacht der Mächtigen, die das wirtschaftliche Eigentum in wenigen privaten Händen konzentriert und die oft genug zu Konflikten und Kriegen führt, zu begrenzen und orientiert auf eine Gesellschaft, die auf das Gemeinwohl und die individuelle Freiheit aller Menschen zielt. Diese grundlegenden Unterschiede sind für mich übrigens ein Argument, als sozialistische Partei, die zurzeit nur einen begrenzte politische Unterstützung erfährt, keine festen parlamentarischen Koalitionen mit den das kapitalistische System unterstützenden Parteien einzugehen!

Neben dem Sozialismus ist auch der Feminismus eines der Grundprinzipien der LINKEN. Was sind dazu deine Gedanken?

Feministisch ausgelegte Politik wird so lange betrieben werden müssen, wie patriarchale und auf unsoziale Konkurrenz ausgelegte „männliche“ Machtstrukturen als Mittel der Diskriminierung anderer unsere Welt dominieren. – Ich hänge ja dem positiven Vorurteil an, dass gleichberechtigte Frauen in den wirtschaftlichen und politischen Entscheidungsgremien zu mehr Gerechtigkeit und Frieden führen können. Das würde auch auf viele Männer abfärben (und tut es teilweise auch schon) – vorausgesetzt, dass die dort repräsentierten Frauen nicht einfach nur patriarchale Prozesse nachahmen. Denn das funktioniert nicht und hat für mich mit echtem Feminismus nichts zu tun. Zu einer generellen Politik der Emanzipation gehört für mich neben dem Feminismus allerdings auch der Kampf gegen Rassismus, Homophobie und vieles mehr dazu.

Gibt es für dich eine oder mehrere Personen oder gar „Vorbilder“, an denen du dich politisch orientierst?

„Nobody is perfect“, aber natürlich gibt es Personen, die mich beeindrucken. Als junger Mensch hatte ich großen Respekt vor Willy Brandt, der für mich mit seinem „Mehr Demokratie wagen“ und seiner Politik gegenüber der DDR und den osteuropäischen Staaten Wegmarken gesetzt hatte. Auch die früheren skandinavischen Ministerpräsidenten Anker Jørgensen (Dänemark) und Olof Palme (Schweden) standen aus meiner Sicht für ehrliche soziale Gerechtigkeit und friedliebende Emanzipation. – Etwas historischer sind für mich Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht bedeutsam, die in einer militaristisch verseuchten Periode für Frieden und Menschenrechte eintraten und dafür vom faschistischen Mob 1919 umgebracht wurden. Aber auch alle in Europa Widerstand leistende Menschen zur Zeit der Nazi-Barbarei und anderer faschistischer Diktaturen, wie früher in Portugal, Brasilien oder Chile (um nur wenige zu nennen), verlangen mir größten Respekt ab, wohlwissend, dass ich dies so selbst nie leisten könnte. – Gregor Gysi hat für mich als Leitfigur für die Akzeptanz einer stabilen demokratisch-sozialistischen Partei in der BRD nach 1990 viel geleistet und dies auch immer hörbar und wirkungsvoll vermittelt. Oskar Lafontaine schätze ich für seine unverstellten und klaren Analysen, denen leider oft erst zu spät geglaubt wird, und in der aktuellen Politik sind Sarah Wagenknecht und Jan von Aken für mich markante Persönlichkeiten, die klug, engagiert und klar in der Sache Politik machen.

Welche Ereignisse und/oder politische Aktionen in unserer Partei – besonders im Flensburger Kreisverband – hast du als besonders positiv erlebt?

Meine positiven Erlebnisse haben zumeist mit dem Planen von Aktionen und der praktischen Durchführung „auf der Straße“ zu tun. Dabei gibt es viele schöne Erlebnisse in der Zusammenarbeit mit den beteiligten GenossInnen. Highlights waren für mich meine ersten Straßenaktionen zum Thema Europawahl (2014), Neustadt-Sanierung und TTIP. Etwas Besonderes ist für mich auch das Säubern der Stolpersteine, die an von den Nazis ermordete Menschen erinnern, am 8. Mai. Ich habe auch mit zu neuen Kontakten mit der dänischen Enhedslisten beigetragen, und die Begegnungen und Aktionen mit den dänischen GenossInnen machen mir immer viel Freude. – Außerdem strenge ich gerne meine politische Fantasie für Plakate und Flugblätter an und freue mich, wenn’s dann auch gut ankommt.

Was wäre für dich in unserer Partei und in unserem Kreisverband noch verbesserungswürdig?

Generell finde ich, dass DIE LINKE den Begriff „Demokratischer Sozialismus“ mit allen dazu gehörenden Inhalten stärker nach außen tragen sollte. Wir LINKE haben nun mal eine andere Sicht auf die Gesellschaft, und das sollte auch deutlich werden! – Hier in Flensburg, finde ich, sollten wir noch offensiver nach draußen gehen um für gerade diese Inhalte zu werben, denn ich glaube, dass viele Menschen uns gedanklich näherstehen als sie und wir denken – aber wir treffen einander zu selten… Insbesondere gilt das auch für den schon angesprochenen Feminismus. Wir sind derzeit immer noch sehr „männlich“ geprägt, und insbesondere in der sozialen Frage führt kein Weg um die Geschlechterfrage herum! Wir sollten also meiner Ansicht nach öfter die weibliche Brille aufsetzen und so auch mehr Frauen für uns gewinnen. Generell sollten wir uns als Partei mit einer breiteren Vielfalt nach außen präsentieren.

Hast du einen „linken Lesetipp“, den du anderen empfehlen möchtest?

Mehrere! Ich empfehle, Märchen mal mit sozialkritischem Blick zu lesen. Als Kind haben mich schon H.C. Andersens „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ oder „Der Fischer und seine Frau“ von den Gebrüdern Grimm fasziniert. – Ähnlich „märchenhaft“ geht es auch in Gerhart Hauptmanns Roman „Die Insel der großen Mutter“ zu. In diesem von ihm selbst als utopisch titulierten Spätwerk von 1924 geht es um eine Gruppe von Frauen, die auf einer Insel strandet und sich als Frauengesellschaft organisiert – bis ein kleiner Junge geboren wird… Eindrucksvoll und beklemmend zugleich ist hingegen Anna Seghers’ Roman „Das siebte Kreuz“ (1942), in dem sie die Flucht von sieben Häftlingen aus einem KZ beschreibt. Ebenfalls mit antifaschistischer Grundhaltung ist der Roman „Nachtzug nach Lissabon“ (2004) des Schweizer Verfassers Pascal Mercier geschrieben; er spielt zu Zeiten der faschistischen Diktatur in Portugal (wem die Lektüre als zu schwer und philosophisch erscheint, sollte sich den gleichnamigen Film ansehen!). – All jenen, die sich nicht nur aus Mainstreammedien informieren wollen, sei hier auch der tägliche Internet-Blick auf die „Nachdenkseiten“ und „Telepolis“ und auf die Webseiten der LINKEN empfohlen.

Wenn du ein neues Mitglied für DIE LINKE werben solltest, – wie oder mit welcher Begründung würdest du das tun?

Tja, so rein argumentativ würde ich wohl bestimmt einige der vielen positiven Alleinstellungsmerkmale unserer Partei in der Sozial- und Friedenspolitik erwähnen und diese anhand konkreter Beispiele erläutern. Ich würde auch auf das Menschenbild des demokratischen Sozialismus’ hinweisen; es ist positiv, solidarisch und chancenreich – und sowohl gesellschaftlich als auch individuell eine Bereicherung für eine reale Welt, in der Rückzug, Entpolitisierung und Konkurrenz den Ton angeben. – Aber dann würde ich noch folgende Parabel über unsere Gesellschaft erzählen: Ein Kapitalist, ein Bild-Leser und ein Asylsuchender sitzen an einem Tisch. Zwischen ihnen liegen 21 Kekse. – Der Kapitalist nimmt sich 20 Kekse und sagt kurz danach zum Bild-Leser: „Pass bloß auf, der Asylant will dir deinen Keks wegnehmen!“ – Wäre das etwa kein Grund, Mitglied der LINKEN zu werden…?

…und „was ich immer schon mal sagen wollte“:

Die „bessere Welt“, die man uns SozialistInnen oft als reine Utopie zuschreibt, mag schwer zu erreichen sein, aber es genügen oft schon die kleinen Schritte der Vielen, um Veränderung zu erreichen. Müssen „wir“ wirklich in Massen der von den USA inszenierten und von weltweit agierenden Konzernen verbreiteten Massenkultur folgen? Ist es wirklich eine Art Menschenrecht, sich von Facebook-Manie, Kommerzfernsehen und -radio bewusstlos berieseln zu lassen und dabei von Multi-Konzernen propagiertes Essen und Trinken zu uns zu nehmen – mal abgesehen davon, dass dies viele Menschen in der südlichen Welt in Hunger und Armut treibt? Jede/r von uns kann seinen eigenen kleinen „Boykott“ des kapitalistischen Mainstreams bei Medien, Lebensmitteln, Kultur, Freizeit und bei vielem mehr betreiben, Alternativen finden und versuchen, andere mitzuziehen, denn: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“