14. Oktober 2019

Pressemitteilung der Ratsfraktion DIE LINKE zur Hausbesetzung Burgstr.36

Grundsätzlich kann eine Hausbesetzung als „Ultima Ratio“ in einem überhitzten Wohnungsmarkt ein probates Mittel sein, um auf Immobilienspekulation und Leerstände aufmerksam zu machen. Aber gerade dieses Haus in der Burgstraße 36 zu besetzen, ist ein großer Fehler! Gerade hier ist alles so verlaufen, wie es DIE LINKE seit Jahren fordert um den Wohnungsmarkt Gemeinwohl orientiert zu gestalten. So heißt es seitens der Stadt:

„Ganz oben auf der Agenda steht dabei die Schaffung des in Flensburg so dringend benötigten bezahlbaren Wohnraums.“

„Leider wird der Begriff Aufwertung des Wohnquartiers gern schnell einmal verkürzt dargestellt, als ginge es primär um die materielle Aufwertung der jeweiligen Immobilien zum Nutzen einzelner Investoren.  Ziel der Sanierung ist aber die Schaffung eines Quartiers das nicht nur Wohnraum für alle, sondern auch wichtige soziale Einrichtungen zum Nutzen der Menschen im Quartier bereitstellt. Dabei wird eine soziale Durchmischung eines Quartiers immer berücksichtigt. Eine Gentrifizierung soll dabei ausdrücklich vermieden werden.“

„Die Sanierungsziele sehen vor, im Rahmen eines gesunden Nutzungsmix behindertengerechten und auch sozial geförderten Wohnungsbau zu errichten, die Qualität der Belichtung und Belüftung zu verbessern und Ansätze für generationenübergreifende Aspekte für den Stadtteil über das Wohnen hinaus ermöglichen zu können.“

Also entstehen dort ein akzeptabler Anteil geförderten und bezahlbaren Wohnraumes, alten- und behindertengerechte Wohnungen und eine Einrichtung des Kinderschutzbundes. Durch das Verfahren der Konzeptvergabe, welches hier gewählt wurde, hat der Bieter mit dem nachhaltigsten Ziel das Verfahren gewonnen und nicht der mit dem dicksten Portemonnaie. Und so ein Verfahren braucht natürlich auch Zeit. Zusätzlich stehen in dem Haus dringende Sanierungsarbeiten wie z.B. der maroden Stromleitungen an. Vor diesem Hintergrund ist die Besetzung ausgerechnet dieses Hauses für die Fraktion DIE LINKE unverständlich. Es gäbe bessere Kandidaten. Warum wurde nicht z.B. ein leerstehendes Luxusobjekt wie eine Sechshunderttausend-Euro-Wohnung in Sonwik besetzt? Ich vermute, die Gründe liegen in einer Desinformation. Das verwundert aber ein bisschen, denn die lautstarken Unterstützer müssten die von mir nur an skizzierten positiven Umstände des Projektes eigentlich kennen.

„Das Konzept ist am 18.9.2018 im Rahmen des Sanierungstreffs der Öffentlichkeit präsentiert worden, am 28.11.2018 dem Sanierungsbeirat. Am 23.11.2018 hat der Gestaltungsbeirat die Idee wohlwollend zur Kenntnis genommen, sodass das gemeindliche Einvernehmen daraufhin am 13.8.2019 vom SUPA erteilt wurde und der Bauvorbescheid für dieses Konzept am 16.9.2019 erteilt wurde.“

Wahrscheinlich brauchte nur der Eine oder die Andere mal wieder ein bisschen „Puder“ für das Ego…

Frank Hamann, Fraktionsvorsitzender Ratsfraktion DIE LINKE

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