QUEER / FEMINISMUS / GENDER – Die Themenseite

13. Dezember 2017

DIE LINKE Flensburg: „Gleichstellung ist kein Luxus, sondern die Grundlage für eine solidarische Gesellschaft!“

Die Flensburger LINKE-Ratsfraktion unterstützt die Teilnahme Flensburgs am „Aktionsplan Gleichstellung“

Gleichstellung in Sachen Gender, Identität und Kultur muss noch immer gegen viele kleine und große Widerstände erkämpft werden. Auf den ersten Blick erscheint Gleichstellung im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz oder im Privaten allzu oft als bereits „erledigt“; schließlich gibt es ja entsprechende Gesetze und Regeln, die scheinbar Allgemeingut geworden sind. Und wenn es mit der Gleichstellung irgendwo hakt, wird dies bisweilen nur als „Ausrutscher“ wahrgenommen.

Die Wirklichkeit ist jedoch zumeist eine andere: „Ob bei der Geschlechtergerechtigkeit oder der Akzeptanz sexueller Vielfalt oder anderer Kulturen – noch immer sind viele Ziele nicht erreicht, noch immer gibt es organisierte Ausgrenzung, und noch immer ist der Einsatz für die Gleichstellung in allen gesellschaftlichen Bereichen notwendig!“, erklärt Herman U. Soldan, der gleichstellungspolitischer Sprecher der LINKE-Ratsfraktion im städtischen Gleichstellungsausschuss ist.

Die neue Initiative für einen „Aktionsplan Gleichstellung“, der einen Beitritt Flensburgs zur „Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern“ beinhaltet, wird in der Sitzung des Gleichstellungsausschusses am 13.12. behandelt. Der Beitritt zur Charta erfordert die transparente Erstellung von Aktionsplänen und Zielen, die für die Kommune verpflichtend sind, sowie eine niedrigschwellige EinwohnerInnenbeteiligung.

„Die Festlegung auf solch öffentlich einsehbare Verpflichtungen wird ein Gewinn für die Stadt Flensburg sein, denn dadurch wird das Thema Geschlechtergerechtigkeit für die Kommunalpolitik verpflichtend aufgewertet und lädt zum aktiven Mitgestalten ein“, stellt Herman U. Soldan für DIE LINKE fest. „Für die Gleichstellung von Frauen und Männern z.B. bei Stellenvergaben, Einkommen und familienfreundlichen Arbeitsbedingungen sowie die Festlegung auf konkrete Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele ist es höchste Eisenbahn! – Gleichstellung ist nun mal kein Luxus und auch kein ‚Gedöns’, sondern die unverzichtbare Grundlage für eine soziale und solidarische Gesellschaft!“

Flensburg könnte durch den Beitritt zur EU-Gleichstellungscharta und die daraus erwachsenden Aktionspläne zur ersten Stadt mit einer derart verpflichtenden Gleichstellungspolitik in Schleswig-Holstein werden. – DIE LINKE Flensburg unterstützt diese Initiative und fordert damit eine noch offensive Rolle der Flensburger Gleichstellungspolitik ein.

Ein „Aktionsplan Gleichstellung“ darf kein wirkungsloses Feigenblatt, wie bei anderen Aktionsplänen und Strategieerklärungen, sein. Er muss vielmehr ins Zentrum der öffentlichen Diskussion sowie des Handelns der Stadtverwaltung gerückt werden!

1. Dezember 2017

Welt-AIDS-Tag: Prävention und Behandlung dürfen keine Frage des Geldbeutels sein

„Weltweit leben 37 Millionen Menschen mit HIV, von denen nur rund die Hälfte Zugang zu HIV-Medikamenten hat. Es ist nicht länger hinnehmbar, dass die Profitinteressen der Pharmakonzerne Vorrang haben vor der gesundheitlichen Versorgung von Menschen“, erklärt Achim Kessler, gesundheitspolitischer Experte der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf den Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember. Kessler weiter:

„Es ist erfreulich, dass die Zahl der Neuinfektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben, zurückgegangen ist. Doch leider steigt die Zahl der Neuinfektionen bei Heterosexuellen und bei Menschen, die Drogen gebrauchen, so dass die Gesamtzahl der Neuinfektionen gleich geblieben ist. Die Anstrengungen zur Prävention von Neuansteckungen mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen müssen verstärkt werden. Alle Möglichkeiten der Prävention, auch die medikamentöse, müssen ausgeschöpft werden. Weder Behandlung noch Prävention dürfen am Geldbeutel scheitern.“

24. November 2017

DIE LINKE: Gleiche Rechte und Freiheit für alle Frauen – im Arbeitsleben wie auch beim Informationsrecht zum Schwangerschaftsabbruch!

Frauen brauchen keine guten Ratschläge, sondern gute Arbeit!

„Wer Frauen wirtschaftlich unabhängiger machen will, sollte keine Reden schwingen, sondern im Kampf gegen Lohnlücken, Teilzeitfallen und Befristungen loslegen“, kommentiert die Bundestagsabgeordnete Susanne Ferschl (DIE LINKE) die heute in Berlin stattfindende DGB-Fachtagung zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit von Frauen. Ferschl weiter:

„Benachteiligungen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt führen dazu, dass sie häufiger in Teilzeit arbeiten, schlechter bezahlt werden, kaum Aufstiegsperspektiven haben und häufiger in Erwerbs- und Altersarmut landen. Nun gilt es, die Probleme endlich anzugehen und die Rahmenbedingungen zu verbessern, denn Arbeitgeberverbände haben offensichtlich immer noch ein großes Interesse daran, Frauen als billige und flexible Arbeitskräfte auszunutzen. Wenn wir arbeitende Frauen wirklich ernst nehmen wollen, müssen wir ihre Anliegen gesetzlich unterstützen. – Hier die ganze Pressemitteilung lesen


DIE LINKE unterstützt die Forderung nach einem Informationsrecht für Frauen zum Schwangerschaftsabbruch

Abtreibungsgegner haben die Gießener Ärztin, Kristina Hänel, wiederholt wegen »Werbens für den Abbruch einer Schwangerschaft« (§219a StGB) angezeigt, weil sie auf ihrer Internetseite Informationen zu einem legalen Schwangerschaftsabbruch bietet. Heute beginnt der Prozess. Wir unterstützen die Forderung nach einem Informationsrecht für Frauen zum Schwangerschaftsabbruch! Onlinepetition jetzt unterzeichnen: gleft.de/1ZH

13. November 2017

Gabi Ritter: „Vielfalt ist eines der Fundamente, auf der unsere Gesellschaft aufbauen sollte“

In ihrer Ratsrede nimmt die Vorsitzende der Ratsfraktion DIE LINKE positiv Stellung zu einer Mitteilungsvorlage des Gleichstellungsbüros (Ratsversammlung 09.11.2017)

Verena Balves Bericht zeigt, wie Flensburg mit so genannten „Minderheiten“ umgeht – in ihrem Bericht geht es um Gender- oder Geschlechtergerechtigkeit und um die Enttabuisierung der vielfältigsten sexuellen Identitäten.

Auch das gehört zu unserem Bild von einem „bunten Flensburg“ – so bunt wie die Regenbogenflagge, die inzwischen – nicht nur bei uns in Flensburg – viel mehr ausdrückt als nur verschiedene Sexualität.

Als es vor mehr als zwei Jahren um Flucht und Migration ging, zeigte Flensburg ein wahrhaft „buntes Gesicht“. Wir erinnern uns an den Flensburger Bahnhof, die Groß-Demo und viele weitere sichtbare und weniger sichtbare Aktionen. Das hat uns allen und der Stadt gut getan und wirkt bis heute nach.

Im letzten Jahr ging der „Arbeitskreis (AK) Vielfalt“, der beim Gleichstellungsbüro angesiedelt ist und an dem neben vielen Initiativen auch SPD, Grüne und wir LINKE aktiv mitwirken, in eine weitere „bunte Offensive“: Nachdem die Stadt der Lübecker Erklärung beigetreten war und das Hissen der Regenbogenflagge schon 2015 besondere Aufmerksamkeitspunkte gesetzt hatte, stand im vergangenen Mai zum ersten Mal der Flensburger „Rainbow Walk und Women’s March“ auf dem Programm.

Die Aktion am 17. Mai war – dank der vielfältigen, effektiven und lustvollen Vorbereitung im „AK Vielfalt“ – schon von Anfang an mehr als nur eine Demo zur Akzeptanz von sexuellen Identitäten. Sie wurde vielmehr ein mega-buntes Fest für alles, was mit Gleichstellung und Akzeptanz im Genderbereich verbunden ist. (...)


Hier Gabi Ritters gesamte Ratsrede lesen

30. Juni 2017

Harald Petzold (MdB DIE LINKE): Die „Ehe für alle“ ist endlich da – aber nun muss es weitergehen!

Der Sprecher für Lesben- und Schwulenpolitik der Bundestagsfraktion DIE LINKE verweist auf langjährigen Einsatz der LINKEN für Öffnung der Ehe und nimmt Kurs auf weitere politische Schritte für Transsexuelle und gegen Homophobie

Harald Petzold erwähnte, wie auch schon zuvor der LINKE-Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch, in seiner Rede, dass der erste LINKE-Antrag in der Legislaturperiode die „Ehe für alle“ forderte. Wie auch RednerInnen von Grünen und SPD, dankte Petzold den vielen AktivistInnen, die seit mehr als zwei Jahrzehnten in Initiativen, bei CSDs und anderen Aktionen für dieses Ziel gekämpft haben.

In seiner Rede machte Harald Petzold auch darauf aufmerksam, dass eine rechtliche Gleichstellung in der Ehe noch nicht das Ende queerer Politik sein könne, sondern dass alsbald parlamentarische Initiativen für ein Transsexuellengesetz sowie gegen die noch immer weit verbreitete Homo- und Transphobie folgen werden.

Mit 393 gegen 226 Stimmen wurde der Gesetzentwurf im Bundestag nach einer knapp einstündigen Debatte angenommen; demnach haben mehr konservative Abgeordnete als erwartet der „Ehe für alle“ ihre Zustimmung gegeben. – (wtfl - hus)

27. Juni 2017

Wie schön – Nun kommt die „Ehe für alle“...

Doch durch die aktuelle politische Posse ist das Ende von Queer-Politik noch lange nicht erreicht. Respekt und Anerkennung aller Menschen hängen nicht von staatlich anerkannten Ehe-Regelungen ab, sondern von einer Anerkennung aller Lebensentwürfe.

Von Herman U. Soldan (DIE LINKE Flensburg)

Politisch wurde die „Ehe für alle“ gerade zu einem unwürdigen Spielball von politischer Macht in der Bundespolitik. Mehr als zwei Dutzend Male haben LINKE und Grüne als Oppositionsparteien eine Abstimmung darüber im Bundestag auf die Tagesordnung setzen wollen, um auch die SPD an ihr früheres Versprechen zu erinnern und so eine Mehrheit herzustellen. Doch mehr als zwei Dutzend Male knickte die SPD vor CDU und CSU ein und sagte Nein – wegen der Koalitionstreue! (...)

Gesellschaftlich ist diese Wendung hingegen ein Erfolg für alle die Menschen, die nun eine rechtliche Aufwertung ihrer Partnerschaften erhalten und damit heterosexuellen Paaren gleichgestellt werden. Demnächst werden diese Partnerschaften nicht mehr nur „registriert“ und nur teil-gleichgestellt, sondern „es darf geheiratet werden“! Dies war das Ziel vieler Initiativen aus sozial und emanzipatorisch eingestellter Politik sowie von progressiv-bürgerlichen Interessenorganisationen wie dem LSVD. Allen Ehe-Willigen darf deshalb nun zur Ehe-Gleichstellung gratuliert werden.

Doch, halt! Die Ehe-Gleichstellung für lesbische, schwule, trans- oder intersexuelle Menschen ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange einer queeren Gleichstellungspolitik. Sie markiert bestenfalls eine staatlich geregelte, gesetzliche Gleichstellung von Zweierbeziehungen. Die Lebenswirklichkeit für viele (nicht nur junge) Menschen mit schwuler, lesbischer, bi-, trans- und intersexueller Identität liegt allerdings nicht im bestmöglichen Erreichen eines eigentlich bürgerlich angelegten „Bundes fürs Leben“. Vielmehr sind Diskriminierung und Gewalt gegen sie und die daraus folgende Angst oder Verunsicherung für viele noch immer Realität. (...)

Wir, die wir uns „anders“ definieren und auch „anders“ leben und lieben als die Mehrheit, können uns daher noch lange nicht zurücklehnen und die totale Gleichstellung feiern. Es geht auch weiterhin um den Kampf für Respekt, Anerkennung und gesellschaftliche Akzeptanz, wie er auch für andere Gruppen gilt. (...)

Hier den gesamten Kommentar lesen

Eine vereinte und sichtbare queere Community ist wichtiger denn je. Zum einen, weil die Versuche eines Rollbacks wieder zunehmen. Zum anderen werden wieder konservative Familien­ideale propagiert.

Die Fraktion DIE LINKE. ist ein starker Partner im Kampf um Respekt und Gleichberechtigung. Wir treten für eine Gesellschaft der Pluralität ein: vielfältig, streitbar, engagiert und solidarisch. Dies in den Parlamenten, auf der Straße, in den Köpfen und  in den Herzen!

Die neue 8-seitige Broschüre, die von der Bundestagsfraktion rechtzeitig vor der diesjährigen CSD-Saison herausgegeben wurde, enthält engagierte Kurz-Artikel unter anderem zu den Themen Arbeitswelt, MigrantInnen und Feminismus.


Hier die Broschüre QUEER. SOZIAL. LINKS. als PDF-Dokument herunterladen

3. Juni 2017

MdB Cornelia Möhring zur Berliner Erklärung: Gleichberechtigung kommt nicht schnell genug voran

16 Frauenverbände fordern zur Bundestagswahl 2017 gleiche Teilhabe, gleiche Bezahlung sowie Verbindlichkeit, Transparenz und Monitoring von Gleichstellungspolitik

In ihrem aktuellen Forderungskatalog hat die Berliner Erklärung zentrale Themen der Frauenbwegungen aufgegriffen. Ich finde, das Bündnis leistet eine großartige und wichtige Arbeit und  bedeutenden Beitrag für Frauen- und Menschenrechte: 2011 hat sich das überparteiliches und gesellschaftliches Bündnis von Parlamentarierinnen aller im Bundestag vertretenen Parteien und führenden Frauenverbänden zur Berliner Erklärung zusammengeschlossen, um die Gleichstellung von Frauen und Männern in allen gesellschaftlichen Bereichen voranzubringen. Dem Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind, fühlen sich alle Initiatorinnen, Erstunterzeichner*innen und Unterstützer*innen der Berliner Erklärung verpflichtet. Die Initiatorinnen dieses Bündnisses haben maßgeblich dazu beitragen, dass in der jetzigen Legislaturperiode das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe, von Frauen und Männern an Führungspositionen formuliert, vom Parlament im März 2015 verabschiedet und zum 1. Mai 2015 in Kraft getreten ist.

Gemeinsame Forderungen von 16 Frauenverbänden an die Parteien zur Bundestagswahl 2017

17. Mai 2017

„Ganz bunt – und ganz viele“: Die Flensburger Aktionen für Gleichberechtigung und Vielfalt wurden eine bunte und vielfältige Manifestation

Das Hissen der Regenbogenflagge vor dem Rathaus, der 1. Flensburger „Women’s March & Rainbow Walk“ und das Fest auf dem Südermarkt waren ein Erfolg mit vielen hundert TeilnehmerInnen. – DIE LINKE Flensburg war aktiv dabei.

Für eine größere Ansicht bitte direkt auf die Bilder klicken

Bereits beim seit 2015 dritten Hissen der Regenbogenflagge vor dem Haupteingang des Flensburger Rathauses waren mehr als 150 Menschen erschienen. Kurze Reden gab es zu diesem Anlass von Verena Balve (Gleichstellungsbüro), Ellen Kittel-Wegner (B’90/Grüne) und Andreas Witolla (SL-Verein für Primärprävention). Beim anschließenden Demonstrationszug durch die Flensburger Innenstadt kamen noch weitere Interessierte dazu; etwa 300 Menschen demonstrierten mit Transparenten, Regenbogenflaggen, „Pussy Hats“ und anderen deutlichen Symbolen gegen Diskriminierung und für gesellschaftlichen Respekt auf ihrem Weg zum Südermarkt. Angeführt wurde der Zug von einer großen Regenbogenflagge, die von etwa 25 Aktiven getragen wurde.

Auf dem Südermarkt präsentierten sich dann einige der mehr als 30 Unterstützerinitiativen, -vereine und -parteien, darunter auch DIE LINKE Flensburg mit ihrem roten Info-Pavillon, der guten Zuspruch bei den etwa 500 auf dem Platz versammelten Menschen fand, bei einem bunten Fest der Vielfalt. Neben einem Musikprogramm gab es kurze Ansprachen von Andreas Witolla, Verena Balve, Oberbürgermeisterin Simone Lange und der Pröpstin Carmen Rahlf. Gemeinsamer Tenor in den Reden war die Notwendigkeit, für Respekt und Akzeptanz gemeinsam und nachdrücklich einzutreten. Dies sei angesichts von zunehmender Diskriminierung eine zivilgesellschaftliche Notwendigkeit. – Alle Veranstaltungen des 17. Mai waren ein großer Erfolg, der zu einer Neuauflage im kommenden Jahr geradezu einlädt! – (wtfl - hus)

17. Mai 2017

Schon vor dem 17. Mai setzt Flensburg deutliche Zeichen gegen Homo- und Transphobie

Vor dem Rathaus weht schon seit Montag (nicht ganz unumstritten!) die Regenbogenflagge – und beim Überqueren der Rathausstraße zeigen die Ampeln ab sofort schwule und lesbische Paare

Schon zum dritten Mal wird nun vor dem Haupteingang des Flensburger Rathauses die Regenbogenflagge als Zeichen für die Vielfalt persönlicher Lebensentwürfe und die Vielfalt sexueller Orientierungen gehisst – in diesem Jahr erstmals eine ganze Woche lang um den 17. Mai, den internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie. Am 11.05. gab es jedoch eine recht hitzige Debatte im Flensburger Rat als der Antrag auf die einwöchige Beflaggung des Rathauses mit der Regenbogenflagge von Sprechern der CDU- und der FDP-Fraktion kritisiert wurde. CDU-Ratsherr Jeromin sprach von einem „wahltaktischen Manöver“, von „Lobbyismus“ und nannte die emanzipatorische Absicht der Flaggenhissung einen „Bärendienst“ sowie eine „Überhöhung einer Bevölkerungsgruppe“. – Dem entgegnete Gabi Ritter, Vorsitzende der Ratsfraktion DIE LINKE, in einer kurzen, engagierten Rede: „Ich finde, dies ist ein ziemlich unglaublicher Vorgang. Diese Beflaggung überhöht überhaupt nichts und niemanden, sondern diese Beflaggung steht dann eine Woche lang für Vielfalt in unserer Stadt – und für Akzeptanz. Das ist dann auch schon alles.“ – Der Flaggenantrag wurde danach gegen die Stimmen von CDU und FDP angenommen.

Seit gestern gibt es eine Neuerung im Flensburger Straßenbild: Wer in der Einkaufsstraße die Rathausstraße überquert, steht nun einer Ampel mit schwulen und lesbischen Paaren gegenüber. Oberbürgermeisterin Simone Lange hatte für die Installation dieser besonderen Lichtzeichen die Zustimmung beim Landesverkehrsministerium eingeholt. In der österreichischen Hauptstadt Wien wurden diese besonderen Ampelpärchen erstmals installiert. In der Planungsgruppe für den diesjährigen „Women’s March & Rainbow Walk“ war die Idee zur Installation an einer Flensburger Ampelkreuzung geboren und danach unproblematisch umgesetzt. In einer kurzen Ansprache an der Rathausstraße erklärte Simone Lange, dass Flensburg für eine bunte Gesellschaft steht und dies auf diese Weise auch permanent sichtbar machen möchte. Sie erinnerte aber auch daran, dass es noch immer homo- und transfeindliche Gewalt gibt, die auch in jüngster Zeit bundesweit sprunghaft angestiegen sei.

Wer aufmerksam durch Flensburg geht oder fährt, wird an den Brücken am Hafendamm und an der Angelburger Straße darüber hinaus die Transparente für den „Women’s March & Rainbow Walk“ entdeckt haben; sie hingen dort einige Tage und werden am 17. Mai im Demostrationszug durch die Innenstadt weiterverwendet. – (wtfl - hus)

17. Mai 2017

Homophobie und jede andere Diskriminierung haben in einer modernen, offenen Gesellschaft nichts verloren!

Auch wenn heutzutage oft ein liberaleres Klima als früher vorherrscht, sind verbale und körperliche Übergriffe auf Menschen mit anderer sexueller Orientierung noch immer nicht verschwunden

Herman U. Soldan, Bundestagskandidat in Flensburg-Schleswig und Kreisvorsitzender der Flensburger LINKEN und im Beruf Lehrer an einer dänischen Schule in Flensburg, musste vor wenigen Wochen Erfahrungen mit einer homophoben Leserbrief-Attacke machen. Er hatte sich als Politiker öffentlich gegen den wiederholten Nationalismus von dänischen Rechtspopulisten der Dansk Folkeparti („Dänemark bis zur Eider“) gewandt. Seine politischen Haltungen wurden danach durch einen unverschämten und herabwürdigenden Pädophilie-Vergleich diskreditiert und damit sein Privat- und Berufsleben bloßgestellt. – Am 17.05., dem Tag gegen Homo- und Transphobie, der in Flensburg erstmals mit einem „Women’s March & Rainbow Walk“ sowie einem bunten Fest der Vielfalt markiert wird, gab Flensborg Avis Herman U. Soldan Gelegenheit, in einem Interview Stellung zu der diskriminierenden Attacke zu beziehen. – Wir veröffentlichen den Zeitungstext hier nahezu vollständig:

»Ich habe mich gefragt, in welcher Zeit wir leben«

Der Lehrer Herman U. Soldan wurde durch einen Leserbrief in der Flensborg Avis Opfer von homophoben Anfeindungen.

Flensburg. Am heutigen Mittwoch ist der internationale Tag gegen Homophobie.

Wie sehr Homophobie auch im Jahr 2017 noch im Alltag vieler Menschen vertreten ist, zeigt der Fall von Herman U. Soldan. Der Lehrer einer dänischen Schule wurde Ende März Opfer von homophoben Anfeindungen in der Flensborg Avis, als ein Leser ihn in einem Leserbrief indirekt als Pädophilen bezeichnete, indem er die Lehrertätigkeit des bekennenden Homosexuellen in Verbindung mit potentiellen Übergriffen homosexueller Erwachsener auf Kinder setzte.

»Ich war natürlich geschockt und habe mich zuerst gefragt, in welcher Zeit wir leben, beziehungsweise in welcher Zeit der Verfasser des Leserbriefs lebt, um so etwas zu verfassen«, berichtet Soldan.

Für den Lehrer sei der Leserbrief nicht nur schwer verletzend gewesen, er habe auch in höchstem Maße in seine Privatsphäre eingegriffen. »Als schwuler Mensch entscheide ich selber, wie und in welcher Form ich über meine Belange spreche. Dann plötzlich so etwas in einer Zeitung mit einer 5000er Auflage zu lesen, ohne mich unmittelbar rechtfertigen zu können, war schlimm«, berichtet er.

In diesem Zusammenhang kritisiert er auch den Umgang der Flensborg Avis mit dem betroffenen Leserbrief. »Ich halte die Flensborg Avis trotzdem weiterhin für eine moderne Zeitung, aber solch ein Artikel hätte nicht abgedrückt werden dürfen. Wäre es ein jüngerer Kollege gewesen, der noch keine wirklichen Erfahrungen mit dem Coming Out und Homophobie gehabt hätte, dann hätte es wahrscheinlich weitaus schlimmer enden können. Er hätte wahrscheinlich seinen Job aufgegeben oder ähnliches«, so der Lehrer.

Nachdem die Flensborg Avis bis dato nach dänischen Vorbild Leserbriefe frei jeder Zensur abdruckte, behält sich die Redaktion seitdem als Reaktion auf den durch den Leserbrief aufgetretenen öffentlichen Diskurs vor, Beiträge zu kürzen, sollten diese ehrverletzende oder diskriminierende Passagen enthalten.

Für Soldan war der Fall ein einschneidendes Erlebnis. Persönlich hatte er seine Homosexualität nie verheimlich und war bis dato von offen homophoben Übergriffen verschont geblieben. Bereits unmittelbar nach Veröffentlichung des Leserbriefs bekam er zahlreiche Solidaritätsbekundungen von Freunden und Kollegen, Schüler und Eltern.

»Natürlich ist Homophobie ein großes Thema. Besonders bei Jugendlichen sind homophobe Beleidigungen oder Sprüche wie »Das ist voll schwul« weit verbreitet. Das kann für einige verletzend sein, aber Flensburg hat an sich ein relativ offenes Klima. Offene Anfeindungen sehe ich selten. Trotzdem hat sich die Zahl der Übergriffe gegenüber Homosexuellen in den letzen zehn Jahren vervierfacht.«, sagt Soldan.


Hier die Ankündigung für die Flensburger Veranstaltungen am 17. Mai lesen


Homofobi og alle andre former for diskrimination hører ingen steder hjemme i et moderne samfund!

Herman U. Soldan, Flensborg-Slevigs kandidat til forbundsdagen og kredsformand for DIE LINKE i Flensborg, er lærer ved en dansk skole i Flensborg og måtte for kort tid siden stifte bekendtskab med et homofjendtlig læserbrevsangreb.  – Læs mere hér

13. Mai 2017

„Ganz oben, ganz bunt, ganz viele – Gemeinsam für Akzeptanz und Respekt“: Women's March & Rainbow Walk am 17.05. in der Flensburger Innenstadt

Auch DIE LINKE Flensburg unterstützt diese Aktion und beteiligt sich an der Demonstration sowie dem bunten Fest auf dem Südermarkt

Flensburg ist weit über seine Stadtgrenzen hinaus bekannt für sein engagiertes Engagement für kulturelle und sexuelle Vielfalt. Bereits seit 2015 wird am 17. Mai, dem Aktionstag gegen Homo- und Transphobie, die Regenbogenflagge vor dem Flensburger Rathaus gehisst – in diesem Jahr sdogar für eine ganze Woche (15.-22.05.). Einen großen Anteil an dieser Aktion für Akzeptanz hat der Arbeitskreis Vielfalt, der beim Gleichstellungsbüro der Stadt angesiedelt ist und mehrere Frauen-, Queer- und HIV-Präventionsinitiativen umfasst; auch DIE LINKE Flensburg gehört diesem Arbeitskreis an und wird darin von Herman U. Soldan, Kreisvorsitzender und Mitglied der LINKE-LAG Queer/Feminismus/Gender, repräsentiert.

In diesem Jahr erweitert die Arbeitsgruppe ihre Aktivitäten für den 17. Mai, da sich auch mehrere Fraueninitiativen in die Vorbereitungen eingebracht haben: Am nächsten Mittwoch wird bunte Vielfalt in vielen Facetten in der gesamten Innenstadt sicht- und hörbar werden, wenn nach dem Empfang im Rathausfoyer (Beginn: 15:30 Uhr) ab 16:30 Uhr ein bunter Demonstrationszug (Women's March & Rainbow Walk) vom Rathaus über Süderhofenden, ZOB, Rathausstr. und Holm bis zum Südermarkt ziehen wird. Vielfältig wird auch ein buntes Fest auf dem Südermarkt (ab 17 Uhr), wo der Demonstrationszug eintreffen wird, wo viele Initiativen (darunter auch DIE LINKE) mit Info-Ständen zu sehen sein werden – und wo im offiziellen Teil Grußworte der Oberbürgermeisterin Simone Lange und der Pröpstin Carmen Rahlf gesprochen werden. – Außerdem gibt's reichlich Musik, Unterhaltung, Snacks und Getränke. Bei guter Stimmung und gutem Wetter wird die Veranstaltung bis gegen 22 Uhr dauern.

DIE LINKE Flensburg lädt alle an Vielfalt und gesellschaftlichem Respekt Interessierten ausdrücklich zur Teilnahme an dieser Veranstaltung ein und freut sich auf das bunte Fest der Vielfalt am 17.05. ab 15:30 Uhr. – (wtfl - hus)


Hier das genaue Programm der der Veranstaltungen zum 17. Mai nachlesen und den Flyer herunterladen (externer Link)

18. März 2017

Katja Kipping zum Equal Pay Day: Der Kampf um Lohnangleichung geht weiter

Die LINKE-Bundesvorsitzende: „Die Lohnungerechtigkeit basiert darauf, dass Arbeit am und mit dem Menschen als weniger profitabel gilt. Wir fordern hingegen höhere Löhne in Pflege, Gesundheit und Bildung“

Es ist schockierend, dass es 2017 in Deutschland immer noch einen Equal Pay Day geben muss. Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Stattdessen liegen Frauen nach wie vor mit 21 Prozent hinter den Löhnen und Gehältern von Männern. Bemühungen der Großen Koalition einen Gesetzesentwurf für Lohngerechtigkeit noch vor der Bundestagswahl durchzubringen, sollte an dessen Wirkungslosigkeit scheitern. Der Entwurf ist das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben steht, aber immerhin nennt man es jetzt ehrlicherweise Entgeldtransparenzgesetz. Ein verpflichtendes Lohnvergleichsverfahren behebt nicht die bestehenden Lohnunterschiede in Betrieben. Zu erfahren, was andere verdienen, bringt nur etwas, wenn danach die Lohnangleichung in Angriff genommen wird! Und was passiert mit den Unternehmen, die weniger als 200 Beschäftigte haben? Ich halte die Verankerung eines Verbandsklagerechts im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) wie es DIE LINKE schon seit Jahren fordert, für sinnvoller.

Die Lohnungerechtigkeit basiert darauf, dass Arbeit am und mit dem Menschen als weniger profitabel gilt. Wir fordern hingegen höhere Löhne in Pflege, Gesundheit und Bildung. Das hilft auch beim Kampf um Lohnangleichung. Zudem ist es wichtig, Mädchen und junge Frauen zu motivieren, in Berufe einzusteigen, die fälschlicherweise „Männerberufe“ genannt werden. Initiativen wie „Girls Day“ oder „Komm mach MINT“ brechen Rollenbilder auf. Nur so kann eine sozial gerechte und humane Gesellschaft funktionieren.

7. März 2017

..., 7. März, 8. März, 9. März, 10. März,... – es gibt noch so viel für Gleichstellung zu tun, da reicht 1 „Frauentag“ nicht aus!

DIE LINKE ist nicht nur eine demokratisch-sozialistische, sondern auch eine feministische Partei. Deswegen stehen wir ALLE für die Gleichstellung aller Frauen in Ausbildung, Beruf, Familie und allen Lebensbereichen ein – rund ums Jahr!

In einer Stellungnahme erklärt Sabine Zimmermann, die stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE: „Die Gleichstellung von Mann und Frau ist noch immer ein papierenes Verfassungsgebot fern der Realität. Frauen verdienen unverändert ein Fünftel weniger als Männer. Frauen machen 60 Prozent aller geringfügig Beschäftigten aus. Alleinerziehende sind zu 89 Prozent Frauen. Die Zahl der Frauen, die an oder unterhalb der Armutsgrenze leben, ist zwischen 2007 und 2014 von 6,705 auf 7,122 Millionen angestiegen. – Angesichts der Zahlen, die mir die Bundesregierung auf meine Kleine Anfrage übermittelt hat, komme ich zu dem Ergebnis, dass Staat, Wirtschaft und Gesellschaft noch viel zu leisten haben, damit Frauen auch in der Zeit der Kindererziehung und im Alter ein selbstbestimmt es Leben in Würde führen können. Fair entlohnte Vollzeitarbeit muss für deutlich mehr Frauen als bisher möglich werden. Wir brauchen Entgeltsysteme, die gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit garantieren. Hier muss die Bundesregierung verbindliche Regeln schaffen. Der Kampf um Gleichberechtigung muss weiter jeden Tag geführt werden.“ – Genau so isses!!!

1. Dezember 2016

HIV-Prävention ausbauen und finanziell stärken

Im Landtagswahlprogramm engagiert sich DIE LINKE für eine offensive und gut ausgestatte Präventionspolitik. Wir veröffentlichen hier unsere Grundsätze und Forderungen, die ins Wahlprogramm Eingang fanden:

Zuletzt stieg die Zahl der Menschen in Schleswig-Holstein mit einer HIV-Neuinfektion wieder an. 2015 wurden 85 Neuinfektionen gegenüber 78 im Vorjahr registriert. Derzeit leben rund 1200 Menschen mit HIV im Norden. DIE LINKE will als mittelfristiges Ziel einen Norden ohne HIV-Neuinfektionen und deshalb die Präventionsarbeit stärken und ausbauen.

Die Präventionsarbeit insbesondere der Aids-Hilfen ist eine Erfolgsgeschichte. Sie und der medizinische Fortschritt haben die Ausbreitung der Krankheit eingedämmt. Diese Arbeit muss mit ihren Säulen (Aufklärung, zielgruppenspezifische Ansprache, Betroffenenbetreuung) weitergeführt werden. DIE LINKE wird weitere Kürzungen bei der institutionellen Förderung nicht mittragen. Versuche, die Zuwendungen in Projektmittel umzumünzen, um so selbstorganisiertes Arbeiten zu erschweren, haben wir in der Vergangenheit abgelehnt und werden wir auch in Zukunft ablehnen.

Die beste Prävention ist, der Stigmatisierung und Ausgrenzung von HIV-positiven Menschen entschlossen entgegenzutreten. Das Thema HIV/Aids muss durch Information und gezielte Kampagnen aus der noch immer bestehenden Tabuzone herausgeholt werden. Dies gilt für den persönlichen und privaten Umgang mit HIV und Aids ebenso wie für das Arbeitsleben oder die medizinische Behandlung von Menschen mit dieser Krankheit. Eine stetige Präventions- und Beratungsarbeit ist noch immer notwendig – und es bedarf ausreichender finanzieller Mittel, um einen fakten- und vorsorgebezogenen Umgang mit HIV und Aids in allen Lebensbereichen zu ermöglichen.

Neue Behandlungsmethoden haben dafür gesorgt, dass es seltener zum Ausbruch von Aids kommt und HIV damit zu einer chronischen Erkrankung wird, mit der die betroffenen Menschen alt werden können. Dies stellt auch die Pflege vor neue Herausforderungen. Die Zahl der Menschen, die mit HIV leben, steigt an. Auch hier wollen wir sensibilisieren und aufklären, um den Bedenken von Pflegebeschäftigten durch zielgerichtete Informationen zu begegnen.

Umfängliche Prävention ist auch notwendig, um Leichtfertigkeit mit den Risiken einer Ansteckung mit HIV entgegenzuwirken. Die Hoffnung auf eine „Pille danach“ ist keine ausreichende oder verantwortungsvolle Lösung. Ob solche Medikamente jedoch auch präventiv bei Hochrisikogruppen eingesetzt werden könnten, sollte näher untersucht werden. DIE LINKE wird sich dafür einsetzen, in Schleswig-Holstein dazu ein Modellprojekt zu starten. 2015 ergab die britische PROUD-Studie, dass HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe das HIV-Risiko bei zielgerichteter Anwendung um 86 Prozent senken kann.


(Auszug aus dem Landtagswahlprogramm DIE LINKE - verfasst von Marco Höne, Kiel, unter Mitwirkung von Herman U. Soldan, Flensburg)

29. September 2016

AKTUELL – Flensburger Gleichstellungsausschuss tagte: WiF-„Ratsdamen“ sind vom Tisch, LINKE-Ergänzungsantrag landete (wie angekündigt) in der „Papierkörbin“

Gabi Ritter telefoniert im LINKE-Fraktionsbüro: Aus der ganzen Republik meldete sich die Presse, um auf den neuesten Stand der Flensburger Gender-Debatte gebracht zu werden...

Die Gender-Debatte im Flensburger Rat ist nun auch ganz offiziell beendet: Der WiF-Antrag, der aus den Flensburger Ratsfrauen „Ratsdamen“ machen wollte, stieß auf Widerstand bei nahezu allen VertreterInnen im Gleichstellungsausschuss der Stadt Flensburg. Gabi Ritter (DIE LINKE) verwies in der Diskussion auf die bereits vor Jahrzehnten vorgenommene Bezeichnung „Ratsfrauen“, mit der sich die damaligen „Ratsherrinnen“ bewusst auf Augenhöhe zu allen Frauen dieser Welt stellten. Der WiF-Antrag sei daher rückwärtsgewandt und nicht auf Gleichstellung gerichtet, wie WiF-Ausschussmitglied Ursula Jensen zur Verteidigung ihres Antrages zu Beginn ausgeführt hatte. – Schon vorher hatte Gabi Ritter mit dem Rückzug des satirischen LINKE-Ergänzungsantrages zu gegenderten Arbeitsgeräten ernst gemacht; sie verwies dabei nochmals darauf, dass er lediglich eine rathausinterne Persiflage des WiF-Ursprungsantrages sein sollte. Die CDU habe ihn jedoch aus dem Zusammenhang gerissen und als eigenständiges Dokument (mit dem Hashtag „keinWitz“) in die ganze Welt getwittert, so Gabi Ritter.

Als Ergebnis der kritischen Diskussion des WiF-Ursprungsantrages zog danach auch die WiF ihren Antrag zurück; so bleibt es also auch weiterhin bei der Bezeichnung „Ratsfrau“ für weibliche Ratsmitglieder. – (wtfl - hus)


Kvinder eller damer? – Tyske sprogpetitesser? Næ, det handler om ligestilling! ...og om politisk pli!

Debat i Flensborg og hele Tyskland: Kan en computer være kvindelig? Og hvad med en papirkurv...? – DIE LINKE tog gas på en dagsorden som vælgerforeningen WiF (Wir in Flensburg) havde fremsat: Byrådskvinderne skulle iflg. forslaget fremover hedde ”byrådsdamer”!  – Læs hele den opsamlende artikel om gender-debatten i Flensborg hér

22. September 2016

Von Damen, Frauen und anderen Wesen

Oder: Warum DIE LINKE im Flensburger Rat den WiF-Antrag zu „Ratsdamen“ – und auch den eigenen Antrag zu „StaubsaugerInnen“ ablehnen wird! – Eine erfahrene „Stimme aus dem Rat“ erläutert diese Zusammenhänge in einer Presseerklärung näher...

Plötzlich sollen Frauen zu Damen werden. Vor Jahrzehnten, als die Ratsfrauen nicht mehr Ratsherrinnen sein wollten, wurde darüber schon leidenschaftlich diskutiert. Es war die hohe Zeit der Frauenbewegung, und so einigten sie sich mehrheitlich auf die Bezeichnung „Ratsfrau“. Denn Frauen begegnen sich auf Augenhöhe!

Nun liegt ein Antrag der Fraktion „Wir in Flensburg“ vor, in dem sich die WiF ebenso leidenschaftlich für die den Ratsherren vermeintlich gleichgestellte Bezeichnung „Ratsdame“ einsetzt. – DIE LINKE hat dies zum Anlass genommen sich sowohl der „Dame“ als auch des „Herren“ genauer anzunehmen.

Der Ursprung des Wortes „Dame“ ist in dem lateinischen Begriff „Domina“ (Dame des Hauses) zu sehen. Er bezeichnet also eine Frau mit höherem sozialem Stand. Dies war auch im Mittelalter, im Feudalismus und im noch immer währenden Kapitalismus so. Doch im modernen  Ratszusammenhang bedarf es solcher Statusbeschreibungen nicht mehr! Wenn die WiF in ihrer Antragsbegründung schreibt: „Die Bezeichnung ‚Frau’ statt ‚Dame’ (…) kann als abwertend verstanden werden“, – dann ist dies aus Sicht der LINKEN ein (vorsichtig ausgedrückt) gänzlich überholtes Frauenbild und somit nicht zu akzeptieren.

Daraus folgt für die Fraktion DIE LINKE: Die Zeiten der „Damen“ sind schon lange vorbei – und das ist gut so!

Nachdem die Ratsfrauen sich schon vor langer Zeit dafür entschieden haben, dass sie allen Frauen dieser Gesellschaft auf Augenhöhe begegnen wollen, ist es jetzt vielleicht an der Zeit, dass die kleinere, männliche Hälfte ihren „Herren“ kritisch überdenkt. – Zum Begriff „Herr“ erklärt „Wikipedia“ nämlich: „Jemand, der eine fast vollständige Kontrolle über Dinge oder Personen hat“.

Vielleicht käme ja der männliche Teil unserer Ratsversammlung zu dem Schluss, dass „Ratsmann“ eine richtige und zeitgemäße Bezeichnung für einen Vertreter der modernen Demokratie ist.

DIE LINKE wird den Antrag der WiF ablehnen und empfiehlt dies übrigens auch für den eigenen Ergänzungsantrag, der durch die Neuschaffung von Begriffen wie „der/die ScannerIn“, „der/die AbfalleimerIn“ oder „der/die StaubsaugerIn“ bestenfalls für Lachanfälle in den 13 Etagen des Rathauses sorgen sollte.

Gabi Ritter (Vorsitzende der Ratsfraktion DIE LINKE)


Hier die erwähnten Anträge lesen:

Antrag der WiF-Ratsfraktion: „Einführung einer gleichstellenden Bezeichnung für weibliche Ratsmitglieder“Hier den Antrag als PDF-Datei lesen

„Ergänzungsantrag“ (?) zum WiF-Antrag von der Ratsfraktion DIE LINKE: „Gendergerechte Sprache“Hier den Antrag als PDF-Datei lesen

5. Juli 2016

Breites Bündnis für Entgeltgleichheit

Presseerklärung zur Kampagne für Entgeltgleichheit

„Die strukturelle Benachteiligung von Frauen kann nur gesamtgesellschaftlich angegangen werden. Deshalb freue ich mich sehr, Mitinitiatorin eines so breiten, parteiübergreifenden wie zivilgesellschaftlichen Bündnisses für die Schließung der Entgeltlücke zu sein. Dass Frauen immernoch weniger verdienen als Männer ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit“, sagt Cornelia Möhring, Abgeordnete des Wahlkreises Pinneberg und stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, anlässlich der heutigen Vorstellung der überparteilichen Kampagne für Entgeltgleichheit, die ‚Berliner Erklärung für Gleichheit auf dem Gehaltszettel‘ in der Bundespressekonferenz. – Möhring weiter: „Wir brauchen Solidarität mit allen Frauen und besonders jenen, die es mehrfach schwer haben, wie etwa Alleinerziehende, Frauen mit Migrationshintergrund oder Frauen mit einer körperlichen Beeinträchtigung. Dafür benötigen wir einen Mindestlohn, eine gute soziale Infrastruktur, eine Aufwertung frauentypischer Berufe und Durchbrechen der alten Glasdecke.“ – Mehr Infos finden sich unter: http://www.fairpay-heute.de/

18. Mai 2016

DIE LINKE nahm an Veranstaltungen gegen Homophobie und dem Hissen von Regenbogenflaggen auf dem Hochschulcampus und am Rathaus teil

Hochschule Flensburg ist neues Mitglied im schleswig-holsteinischen Bündnis gegen Homophobie. – Vor dem Rathaus wehte die Regenbogenflagge bereits zum zweiten Mal

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Das Bündnis gegen Homophobie, dem auch die Stadt Flensburg (vertreten durch das Gleichstellungsbüro) seit 2015 angehört, war am 17.05. auf dem Campus der Hochschule Flensburg zu Gast. Bei einem Empfang, zu dem auch VertreterInnen der LINKEN, der SPD und der Grünen anwesend waren, unterschrieb Hochschulpräsident Holger Watter die vorher von Andreas Witolla, Vorstandmitglied des Lesben- und Schwulenverbandes LSVD, verlesene „Lübecker Erklärung“ und manifestierte damit den Beitritt der Hochschule zum Bündnis. Er bezeichnete dien Schritt als ein deutliches Signal für die „Vielfalt auf dem Campus“. Die Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule, Alice Juraschek, wies darauf hin, dass es wichtig sei, sich eindeutig gegen Diskriminierung zu positionieren. Danach wurden auf dem Campus zwei Regenbogenflaggen gehisst. – Am späten Nachmittag wurde im Rathausfoyer vor der Kulisse der Ausstellung „Trans* in der Arbeitswelt“ ebenfalls an den 17. Mai 1990 erinnert, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus der Liste der Krankheiten gestrichen hatte; seither ist diese Datum der weltweite Tag gegen Homo-/Bi- und Transphobie. Auch die beiden Vorstandsmitglieder der Flensburger LINKEN, Gabi Ritter und Herman U. Soldan, hatten Regenbogenflaggen mitgebracht und unterstützten so die Botschaft gegen Diskriminierung und für die Akzeptanz vielfältiger sexueller Identitäten, die auch die bereits vor dem Rathaus wehende Flagge signalisierte. – (wtfl - hus)

16. Mai 2016

Gutachten: 50.000 nach dem § 175 StGB verurteilte schwule Männer wurden nie rehabilitiert!

DIE LINKE fordert die Bundesregierung zu einer umgehenden Entschädigungsregelung auf

In der BRD galt der § 175 StGB bis ins Jahr 1994; er war 1949 in der von den Faschisten verschärften Form ins Strafgesetzbuch der BRD (West) übernommen worden und galt nach 1990 plötzlich auch wieder in der ehem. DDR, wo der dortige § 151 schon lange keine Anwendung mehr gefunden hatte und schließlich 1988 gestrichen worden war. 50.000 schwule Männer wurden in der BRD seit 1949 verurteilt, auch nach der sog. „Liberalisierung“ vom 1969. Weitaus mehr lebten in ständiger Angst, weil sie aus Furcht vor Strafverfolgung, Mobbing, Gewalt und gesellschaftlicher Isolation ihre sexuelle Identität nicht offenbaren konnten. – Die Bundesarbeitsgemeinschaft DIE LINKE. queer fordert nun nach einem von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vorgelegten Gutachten die sofortige Rehabilitierung und Entschädigung aller nach dem § 175 StGB verurteilten Männer. – (wtfl - hus)


MEHR ZUM THEMA:

„Rehabilitierung der nach § 175 StGB verurteilten homosexuellen Männer: Auftrag, Optionen und verfassungsrechtlicher Rahmen“ – Gutachten der Antidiskriminerungsstelle des Bundes (10.05.2016) – Hier das gesamte Gutachten als PDF-Datei lesen und herunterladen (externer Link)

Bundesregierung muss handeln! Rehabilitierung der nach § 175 Verurteilten JETZT!“ – Pressemitteilung der BAG DIE LINKE. queer (11.05.2016) – Hier die Pressemitteilung lesen

„Offene Rechnung. Der Paragraf 175 und seine Folgen“ – Webseite der Bundesinteressengemeinschaft schwuler Senioren (lesenswert!!!)Hier die Webseite besuchen (externer Link)

20. April 2016

Ausstellung „Trans* in der Arbeitswelt“ im Flensburger Rathaus

Eröffnung der Fotoausstellung zu transgeschlechtlichen Menschen in der Arbeitswelt am 25.04. um 17 Uhr – Die Veranstaltung ist gleichzeitig Teil der "Queeren Wochen" Flensburg

Transgeschlechtliche Menschen sind in vielen Bereichen des täglichen Lebens Unsicherheiten und Diskriminierungen ausgesetzt, insbesondere im Arbeits-leben und bei der Jobsuche. Um die Situation von Trans*Menschen in der Arbeitswelt zu verbessern, hat die Berliner Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung das Projekt „Trans* in Arbeit“ durchgeführt und eine Wanderausstellung mit dem Titel „Trans* in der Arbeitswelt“ erstellt. Die Ausstellung Trans* in der Arbeitswelt wurde unter der künstlerischen Leitung der Fotografin Anja Weber konzipiert. Sie besteht aus 12 Einzelporträts von transgeschlechtlichen Menschen, die den Mut haben, sich mit ihrem Bild und ihrem Namen in der Öffentlichkeit zu zeigen. Die Fotografien zeigen, wie verschieden diese Menschen sind: Sie sind Trans*Frauen, Trans*Männer oder verstehen sich ohne Geschlechterkategorie als Trans*-Menschen oder Transgender. Doch sie unterscheiden sich in Bezug auf die Hautfarbe, das Alter, ihren Geschlechtsausdruck und somit auch in Bezug auf Erfahrungen, die in Verbindung stehen zu verschiedenen Facetten ihrer Identität. Diese Facetten können die Situation auf dem Arbeitsmarkt oder im Betrieb deutlich erschweren.


MEHR ZUM THEMA:

Die Veranstaltung ist Teil der "Queeren Wochen", die vom 21.04. bis zum 18.05.2016 in Flensburg stattfinden. Veranstaltet werden alle oder einzelne Teile des Programms u.a. vom Verein S&L Veranstaltungen zur Förderung der Primärprävention, dem Gleichstellungsbüro Flensburg sowie dem Kino 51 Stufen. – Hier das gesamte Veranstaltungsprogramm sowie nähere Informationen lesen (externer Link)

Generelle Informationen für schwule, lesbische, bisexuelle und Trans*-Menschen gibt es auf der Webseite www.queer-sh.net (externer Link)

19. März 2016

Heute ist „Equal Pay Day“: FrauenArbeit ist MehrWert

Der Equal Pay Day am 19. März 2016 markiert den Tag, an dem Frauen den Lohn bekommen haben, den sie bis Ende letzten Jahres verdient hätten, würden sie wie Männer bezahlt werden

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Linke aus der Bundestagsfraktion und dem Berliner Abgeordnetenhaus beteiligten sich neben vielen Frauen und Männern aus Verbänden, Gewerkschaften und Parteien an einer Kundgebung zum Equal Pay Day. Die Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht sprach dazu und prangerte dabei die Sozialpolitik zum Nachteil vieler Frauen scharf an. – Auch die Parteivorsitzende Katja Kipping äußerte sich in einer Presseerklärung: „Die Blumen sind welk, das Lächeln verschwunden, die Sonntagsreden gehalten – der Frauentag ist vorbei. Was bleibt ist ein Arbeitsalltag für Frauen, der in der Realität kaum etwas mit den Wünschen zum 8. März gemein hat: Frauen bekommen im Durchschnitt noch immer rund 22 Prozent weniger Lohn für gleichwertige Arbeit, Frauen sind überdurchschnittlich in Care-Berufen beschäftigt, die von der Gesellschaft weder hinreichend wertgeschätzt noch bezahlt wird, Frauen sind überdurchschnittlich von prekärer Beschäftigung, Befristung und Leiharbeit betroffen. Das Risiko von Armut betrifft deutlich mehr Frauen als Männer.“ – Hier die gesamte Erklärung Katja Kippings lesen – Und hier das Flugblatt der Bundestagsfraktion „FrauenArbeit ist MehrWert“ als PDF-Datei herunterladen

8. März 2016

Frauentag ist immer...

8. März 2016

Frauen am Arbeitsmarkt weiterhin benachteiligt

Sabine Zimmernmann (MdB DIE LINKE): Beim Lohnabstand zwischen Männern und Frauen belegt die BRD in der gesamten EU den drittletzten Platz

In Sachen Sozialpolitik reiht sich die BRD immer deutlicher bei den Schlusslichtern der EU ein: Dies gilt bei Niedriglöhnen ebenso wie beim sog. „Gender Gap“, also dem Unterschied in den Löhnen und Gehältern von Männern und Frauen. Derzeit belegt die BRD mit dem Wert 21,6 Prozent einen traurigen drittletzten Platz in der EU; Frauen um die 50 Jahre verdienen sogar bis zu 27 Prozebt weniger als Männer! – Die LINKE-Bundestagsabgeordnete und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Bunstagsfraktion Sabine Zimmermann bemerkt dazu: „Pro Stunde verdienen Frauen über 21 Prozent weniger als Männer. Das liegt vor allem daran, dass sie in den unteren Einkommensgruppen arbeiten und in Branchen, die für hohe Belastung und niedrige Entlohnung berüchtigt sind: im Gesundheitswesen, im Einzelhandel, im Erziehungs- und Sozialwesen. Das zeigen die Antworten der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage.“ – Hier den ganzen Pressetext Sabine Zimmermanns lesen

8. März 2016

Cornelia Möhring: „Sexismus zieht sich durch alle Arbeits- und Lebensbereiche“

Die frauenpolitische Sprecherin der LINKEN Bundestagsfraktion zur Einführung der Roten Karte gegen Sexismus: Sei kann „ein ganz praktisches Mittel sein, um Sexismus allerorts etwas entgegenzuhalten.“

Im Interview erklärt Cornelia Möhring: „Die Kunst in der Politik – und das gilt in der Frauenpolitik nochmal besonders – besteht darin, die Zusammenhänge nicht aus den Augen zu verlieren. Sexismus zieht sich durch alle Arbeits- und Lebensbereiche, bedingt sich und verstärkt sich teilweise gegenseitig. So verstärkt die schlechtere Bezahlung auf dem Arbeitsmarkt die Tendenz, dass noch immer hauptsächlich Frauen zu Hause bleiben. Ohne eigenständige Absicherung sind sie dann aber von ihrem Partner abhängig, was etwa in Gewaltbeziehungen ein großer Nachteil für die Frau sein kann, weil es dadurch schwerer fällt zu gehen. Verfügen Frauen über weniger Zeit, weil sie insgesamt mehr bezahlte und unbezahlte Arbeit leisten, können sie auch weniger am öffentlichen Leben teilhaben und es mitgestalten.“ – Hier das ganze Interview mit Cornelia Möhring lesen – UND: Hier die Rote Karte gegen Sexismus als PDF-Datei herunterladen

12. Februar 2016

Flensburger Linksjugend 'solid: „Nein zu Gewalt an Frauen und Geflüchteten!“

„Ohne Sozialismus keine Befreiung der Frau – ohne Befreiung der Frau kein Sozialismus.“ (Rosa Luxemburg)

Im Blog von 'solid Flensburg heißt es: „Seit der Silvesternacht spielen sich frauenfeindliche Konservative und Rassisten als Beschützer der Frauen auf. Die körperliche Selbstbestimmung, materielle Unabhängigkeit und Gleichstellung der Frau sind ihnen ein Dorn im Auge. Es ist unbestritten, dass die Gräueltaten von Köln zu verurteilen sind, doch Sexismus ist kein importiertes Problem. Sexuelle Belästigungen auf Partys, Festivals und Oktoberfest sind seit Jahrzehnten ein Risiko für Frauen. Jede dritte Frau wurde schon Opfer von sexueller Gewalt. Nicht der ”schwarze Mann” in der dunklen Gasse ist das große Gefahrenpotenzial, sondern oft kennen die Opfer ihre Täter persönlich und diese sind vorallem männlich und weiß. Rassistische Hetze verstärkt nur all diese Probleme, indem die Menschen weiter entsolidarisiert werden und sich autoritäre Weltbilder durchsetzen.“ – Hier den ganzen Text auf der Blogseite von 'solid Flensburg lesen

11. Februar 2016

„Mindestens die Hälfte einer dreistöckigen Schokotorte“

Cornelia Möhring, frauenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE und schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete, geht mit der Gleichstellungspolitik der Bundesregierung kritisch ins Gericht

Immerhin rund 51 Prozent der deutschen Bevölkerung stellen die wohl noch immer größte diskriminierte Randgruppe in unserer Gesellschaft dar – die Frauen. Die Bundesregierung versucht sie, mit ein paar Brotkrumen zu befrieden. Sie verkauft die kleinen Schritte als große Würfe, aber ist zu kleinmütig, die strukturelle Benachteiligung anzugehen. Doch Frauen wollen keine Brotkrumen, wir wollen mindestens die Hälfte einer dreistöckigen Schokotorte. – Hier den ganzen Artikel lesen

25. Januar 2016

Das Problem heißt Sexismus

Beschluss des LINKE-Parteivorstandes legt Forderungen vor

Der Parteivorstand beschließt die vorliegende Resolution: Es ist niemals hinzunehmen, wenn Frauen - wie in der Silvesternacht in Köln offenbar geschehen - von Männergruppen attackiert und sexuell belästigt werden. Sexualisierte Gewalt als offensichtlichster Ausbruch des gesellschaftlichen Sexismus ist kein Kavaliersdelikt. Es ist auch kein Problem unterschiedlicher Kulturen, wie die öffentliche Debatte in Teilen suggeriert. Sexualisierte Gewalt und Sexismus sind auch in der deutschen Gesellschaft allgegenwärtig. Frauen bekommen in viel zu vielen Fällen keine Unterstützung, sowohl bei den zuständigen Behörden, als auch in der Gesellschaft. – Rechte und Konservative versuchen nun die Debatte zu nutzen, um die Belange von Frauen für rassistische Hetze zu instrumentalisieren, um so zu tun, als sei Sexismus das Problem "anderer" und nicht unserer Kultur, und um menschenrechtlich problematische Gesetzesvorhaben wie eine weitere Asylrechtsverschärfung zu legitimieren. Die Vorschläge nach Ausweisung von AsylbewerberInnen sind keine Antwort. Wir erteilen Sexismus und Rassismus gleichsam eine Absage! Auch sexuelle Gewalt gegen Schwule, Lesben und Transmenschen lehnen wir ab. – Anstatt die Schuld auf Migranten zu schieben und erleichterte Abschiebungen zu fordern sagen wir: Das Problem heißt Sexismus! Wir sollten die Geschehnisse in Köln als nicht mehr zu überhörenden Weckruf verstehen. Ein Weckruf, das Problem Sexismus und sexualisierten Gewalt immer und überall entschlossen anzugehen. Wir unterstützen die Forderungen des Aufrufs # ausnahmslos! – Hier den gesamten Beschluss des Parteivorstandes lesen

CORNELIA MÖHRING ist die (einzige) schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete der Partei DIE LINKE und zugleich frauenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion. – Auf ihrer Webseite schreibt sie über ihre Arbeit als Politikerin und Abgeordnete, oft zu frauen- und genderbezogenen Inhalten.

12. Januar 2016

#AUSNAHMSLOS: „Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall.“

Neues Webprojekt: Sexismus und andere Diskriminierungsformen müssen als Nährboden für sexualisierte Gewalt verstanden und als reale und bestehende Probleme anerkannt werden.

Nur wenige Tage nach den kriminellen Silvesterübergriffen, bei dem es neben Diebstahl und Pöbeleien zu massenhafter sexueller Gewalt kam, ist die Diskussion über sexuelle Gewalt in aller Munde; allerdings wird das Thema häufig lediglich mit den ausländischen Tätern in diesem konkreten Fall in Verbindung gebracht und damit zu einem Teil der ohnehin aufgewühlten Debatte um die aktuelle Flüchtlingssituation. – #ausnahmslos versucht mit ihrem Webprojekt, die Debatte auf das Thema sexuelle Gewalt, jedoch in allen ihren Formen zu konzentrieren – und dabei auch die bisherige Verdrängung und Vertuschung von sexueller Gewalt zum Thema zu machen. Viele Menschen (vor allem Frauen) aus mehreren Ländern unterstützen den Forderungskatalog der Initatorinnen bereits auf der Webseite - und jede/r kann sich auf die Liste eintragen. – Hier geht es zur Webseite #ausnahmslos (externer Link)


AUCH ZUM THEMA:

Frauenpolitik der Bundespartei DIE LINKEHier die Webseite öffnen

„Vergewaltigung verurteilen“ – Informationen auf der Webseite „Frauen gegen Gewalt“Hier geht's zur Webseite (externer Link)

„Gewalt gegen Frauen findet täglich und überall statt“, Artikel der schleswig-holsteinischen Bundestagsabgeordneten der LINKEN und frauenpolitischen Sprecherin, Cornelia Möhring (08.01.2016) – Hier den ganzen Artikel lesen

8. Januar 2016

Gewalt gegen Frauen findet täglich und überall statt

Artikel der frauenpolitischen Sprecherin der Bundestagsfraktion Cornelia Möhring

Keinerlei Zweifel besteht darüber, dass es absolut nicht hinzunehmen ist, wenn Frauen – wie in der Silvesternacht in Köln offenbar geschehen – von Männergruppen attackiert und sexuell belästigt werden. Ich finde im Übrigen auch jede solcher Einzelgeschehnisse nicht akzeptabel. Wenn es aber gehäuft und womöglich organisiert zu derartigen Übergriffen kommt, bleibt neben der verständlichen Verstörung, Wut und Empörung auch ein gewisses Maß an Ratlosigkeit und Verunsicherung zurück. – Vermutungen statt Faktenklarheit, Schuldzuweisungen und Verallgemeinerungen führen logischerweise zu einer brisanten Themenverschiebung, Spaltung und Relativierung des gesellschaftlichen Grundproblems. Das ist in unterschiedlichen Ausprägungen ein Sexismus, der sich durch fast alle Strukturen und Bereiche und somit auch durch die Verhaltensweisen und Moralvorstellungen zieht. – Hier den ganzen Artikel lesen

1. Dezember 2015

Wir zeigen Schleife – solidarisch mit Menschen mit HIV

Am 1. Dezember 2015 findet zum 28. Mal der Welt-Aids-Tag statt. In Deutschland leben zurzeit geschätzte 83.000 Menschen mit HIV. Unter dem Motto „Positiv zusammen leben“ wird dieses Jahr zu Toleranz und Solidarität aufgerufen

Torsten Weil, Mitglied des Parteivorstandes und Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft DIE LINKE. queer erklärt zum Welt-Aids-Tag 2016: Für uns gilt nicht nur am Welt-AIDS-Tag: Wir zeigen Schleife – solidarisch mit Menschen mit HIV – entschlossen im Kampf gegen AIDS und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit HIV und der von HIV bedrohten Menschen. Noch immer werden Menschen mit HIV-Infektionen diskriminiert. HIV-Infizierte brauchen unsere aktive Solidarität und Unterstützung beim Kampf gegen jede Form der Diskriminierung. Es muss mehr getan werden, um die Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle zu senken. Das heißt konkret: Mehr Geld für Prävention, für Forschung und medizinische Versorgung, in Deutschland und weltweit. – Hier die gesamte Presseerklärung lesen


MEHR ZUM THEMA:

Harald Petzold, queerpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion DIE LINKE schreibt: „Menschen mit HIV und Aids sind nicht allein“Hier den ganzen Text lesen

17. Mai 2015

Die Regenbogenflagge wehte vor dem Rathaus

17.5. – Aktionstag gegen Homophobie

Als eindeutiges Zeichen gegen die Ausgrenzung von Homo-, Bi- und Transsexuellen hatte die Flensburger Ratsversammlung nahezu einstimmig auf der Grundlage des schleswig-holsteinischen Bündnisses gegen Homophobie für das Aufziehen der Regenbogenflagge vor dem Rathaus gestimmt. – Am 17. Mai 1990 hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO Homosexualität von der Liste der Krankheiten gestrichen. Seitdem gilt dieses Datum als weltweiter Tag von Aktionen, gegen Homophobie und die Kriminalisierung von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen (kurz: LGBT) Stellung zu beziehen. Hier geht's zum ganzen Text